(08.04.10) Zu einem dritten Testflug ist am Mittwoch das grĂ¶ĂŸte Flugzeug der Welt, der Airbus A 380 nach Frankfurt gekommen.

Die A 380 der Airbus Industries rollt ĂŒber das Vorfeld des Frankfurter Flughafens  Foto: Wygoda

Dieser Mittwoch hĂ€tte ein ganz normaler Tag sein können. Bei schönstem FrĂŒhlingswetter herrschte am Mittag die ĂŒbliche Hektik auf dem Vorfeld des Frankfurter Flughafens, wenn die Mittagsspitze lĂ€uft. Doch plötzlich kommt Bewegung in die Schar der fast 50 Fotografen und Reporter, die auf dem Vorfeld neben der Position B 28 stehen: Von Westen rollt der Airbus A 380 ĂŒber das Vorfeld auf eine der 15 fĂŒr dieses Flugzeug auf dem Frankfurter Flughafen bereits vorbereitete Positionen. Und zum ersten Mal rollt die Maschine, gesteuert von einem der beiden Testpiloten der Airbus Industries, ohne den gelb-schwarzen Follow-Me-Wagen und findet ihren exakten Standort ĂŒber die in der Höhe der Kabine am Terminal angebrachte Tafel.

Zwischen den beiden senkrechten Balken zeigt eine grĂŒne Lampe dem Piloten ob er korrekt einparkt  Foto: Wygoda

Mit einem grĂŒnen Leucht- Strich wird dem KapitĂ€n dort angezeigt, ob er das Flugzeug korrekt eingeparkt hat. FĂŒr den GeneralbevollmĂ€chtigen der Fraport AG fĂŒr das Terminalmanagement, Martin Bien ist es ein „entscheidendes Ereignis“. Warum dieser Tag der Generalprobe fĂŒr die rund 100 Mitarbeiter des Flughafens so entscheidend ist: Zum ersten Mal können sie alle wĂ€hrend des Aufenthalts am Flughafen notwendigen Handgriffe fĂŒr das Be- und Entladen, die Wasserversorgung und die FĂ€kalienentsorgung am Flieger live ausprobieren. Die Bodenstromversorgung muss ebenso gelernt werden wie die Betankung des Flugzeugs fĂŒr 5000 Passagiere.

Auch das Betanken des Riesenfliegers muss gelernt werden, damit spÀter jeder Handgriff sitzt.  Foto: Wygoda

Auch die Teams fĂŒr die Innenreinigung werden erstmals den Raum erleben und auch das ZurĂŒckdrĂŒcken des Riesenvogel aus seiner Parkposition auf das Vorfeld will spĂ€ter gekonnt sein, um den Verkehr auf dem Vorfeld nicht allzu lange aufzuhalten. Auch die Fahrer der drei FluggastbrĂŒcken, ĂŒber die die Passagiere ein- und aussteigen, können zum ersten Mal testen wie man mit den drei BrĂŒcken korrekt an die TĂŒren des A 380 heran fĂ€hrt. Die Nachtstunden sind fĂŒr den Airbus in der neuen großen A 380-Halle reserviert. Dann sollen dort auch die Lufthansa-Techniker lernen, wo die wichtigen Schrauben am Airbus sitzen.

Der Sprecher von Airbus Industries, Stefan Schaffrath, verweist darauf, dass der LĂ€rmteppich des grĂ¶ĂŸten Flugzeugs der Welt nur halb so groß sei wie der einer Boeing 747, obwohl der Airbus auch noch 40 Prozent mehr Passagiere befördern könnte.

Moderne Triebwerke und eine ausgefeilte Aerodynamik machten den A380 leiser als andere Großraumflieger. „Da er auch schneller abheben kann, entlastet er die umliegenden Gemeinden des Flughafens vom LĂ€rm.“ Wenn es jetzt auch „nur“ eine Maschine der Airbus Industries mit dem Kennzeichen F-WWDD war, die in Frankfurt Station machte, ist doch der 9. Mai schon fest im Kalender reserviert. Dann kommt die erste Maschine im Lufthansa-Design und mit Lufthansa-Ausstattung nach Frankfurt und wird dann auch auf den Namen ihrer Patenstadt „Frankfurt am Main“ getauft.

Hermann Wygoda