10.02.2009 02:50 Uhr Lokales Frankfurt

Frankfurt. Der Affenstein, das Relikt eines mittelalterlichen Bauwerks, wurde bei einem Treffen im Hessischen Landesdenkmalamt in Wiesbaden zum Kulturgut erklärt. Das berichtete die Leiterin des Frankfurter Denkmalamtes, Andrea Hampel, dieser Zeitung. Die Einschätzung des runden Turmes als ein mittelalterliches Bauwerk war von Wissenschaftlern der Johann- Wolfgang-Goethe-Universität in der Vergangenheit immer wieder bestritten worden.

Die Hochschule will auf dem Grundstück nahe der Hansaallee ein geisteswissenschaftliches Zentrum bauen, dessen Lesesaal nach den bisherigen Planungen das jetzt als Denkmal anerkannte Gebäude umfassen würde.

affenstein_von-westen_cDer Affenstein auf dem Campus-Gelände Foto: Wygoda

Während der Leiter der Planungsabteilung der Johann-Wolfgang-Goethe-Universität, Peter Rost, in der Vergangenheit immer die grundsätzliche Bereitschaft unterstrichen hatte, die Planungen so abzuändern, dass das Denkmal in das Gebäude eingefügt werden kann, hat er sich nun nach Angaben der Denkmalschützerin eine «Bedenkzeit» von vier Wochen ausbedungen. «Während dieser Vier-Wochen-Frist können wir leider nicht über die Ergebnisse unserer Recherchen zu dem Bauwerk berichten», sagte Hampel.Noch nicht ganz überzeugt scheint man an der Universität von den Fakten des städtischen Denkmalamtes zu sein. «Wir wollen das, was Frau Hampel uns mündlich vorgetragen hat, gründlich prüfen», sagte Rost auf Anfrage.

Nach dieser Prüfung sollen die Ergebnisse, die offensichtlich noch überraschende neue Erkenntnisse über den Bau und seine Nutzung beinhalten, in einer gemeinsamen Pressekonferenz vorgestellt werden. In der Zwischenzeit habe der Architekt, so teilt Peter Rost weiter mit, bereits die weiteren Planungen für das geisteswissenschaftliche Institut verändert.

Sollte sich nämlich herausstellen, dass der Affenstein tatsächlich ein Bauwerk aus dem Mittelalter ist, soll er «gut sichtbar» in den Neubau integriert werden. wyg