10. August 2011 Die seit 100 Jahren am Osthafenplatz angestammte ehemalige Pferdetränke bleibt, wo sie ist. Das Landesdenkmalamt konnte sich mit dem Amt für Straßenbau und Erschließung über eine Veränderung der bisherigen Baupläne einigen.

Bei der ersten Planung über die Umbaumaßnahmen zwischen der Honsellbrücke und dem Osthafenplatz, um den zukünftigen Verkehr zur Europäischen Zentralbank abwickeln zu können, fiel niemanden auf, dass die Pferdetränke auf die ehemalige Trasse der Hafenbahn versetzt werden sollte. Und das, obwohl sie an dem angestammten Platz als eingetragenes Denkmal geschützt sein sollte.

Nur Frederike Satvary, Inhaberin der Metzgerei Gref Völsing, wollte „diesen historischen Frevel“ nicht hinnehmen, denn für ihre Familie war die Pferdetränke über viele Generationen der Platz, an dem alle für ihre Familie wichtigen Fotos gemacht wurden.

Der alarmierte Ortsbeirat 4 biss bei der städtischen Verwaltung allerdings auf Granit. Es sei nichts mehr zu ändern, da das Gremium ja der Planung zugestimmt hätte, hieß es aus dem Amt für Straßenbau und Erschließung.

So sah der Osthafenplatz nach dem Bau des Ostahfens aus. In der Bildmitte stehen vier Pferde an der Tränke Rechts ist die späetere Spinnerei noch nicht gebaut. Foto: Institut für Stadtgeschichte

Erst eine Nachfrage der FNP bei der Leiterin des Denkmalamtes, Andrea Hampel, brachte neue Bewegung in den Fall der Pferdetränke. Das Denkmalamt fand heraus, dass zwar immer von einer „Zustimmung“ der Denkmalschützer zu der Verlegung des Denkmals gesprochen wurde, diese sich aber in den Akten nicht nachweisen ließ. Damit hatte auch der Landesdenkmalpfleger Heinz Wionski eine Handhabe, die Akte „Pferdetränke Osthafenplatz“ neu aufzurollen und konnte mit dem Straßen- und Brückenbauamt eine Veränderung der bestehenden Planung und damit die vorgesehene Verlegung rückgängig machen.

Nun kann, wenn der Osthafenplatz voraussichtlich im Jahr 2013 umgebaut wird, die alte Pferdetränke an ihrem angestammten Platz stehen bleiben, und die Familie Satvary wird auch weiterhin die Familienfotos mit ihren drei Töchtern dort machen können.wyg