Frankfurt am Main 11.februar 2010  FNP   Die eisigen Temperaturen bremsen die Schifffahrt auf dem Main. Zwar ist der Main in Hessen noch eisfrei, aber flussaufwärts geht es nur noch bis Aschaffenburg. Dort liegen derzeit 16 Schiffe und warten auf Tauwetter.

Frankfurt.

Das Feuerlöschboot wird als Eisbrecher eingesetzt.

„Der Hafen ist voll“, sagte Stephan Momper vom Wasser- und Schifffahrtsamt in Aschaffenburg am Donnerstag. Alle nachfolgenden Schiffe seien aufgefordert worden, schon vorher Liegeplätze aufzusuchen, wo sie abwarten könnten, bis sich die Lage wieder entspanne. Die Frankfurter Häfen sind zwar noch offen und die Reeder können laden und beladen, Einschränkungen müssen aber auch sie hinnehmen.

Momper konnte sich „in der Zeit, in der ich hier arbeite, an einen solchen Winter mit einer solchen Sperrung des Schiffsverkehrs nicht erinnern“. Nach dem täglichen Eislagebericht ist der Main-Donaukanal komplett gesperrt und ab Krotzenburg ist die Schifffahrt „stark behindert“. Dort sind tagsüber die beiden Eisbrecher „Pechmann“ und „Elsava“ zwischen 6 Uhr und 22 Uhr im Einsatz.

Eis abschlagen

Das Eis hat zwar auf dem Main bis Aschaffenburg noch keine durchgehende Eisdecke bilden können, doch schwimmen teilweise sehr große Eisschollen auf der Oberfläche, die sich an den Toren der Staustufen ansammeln. Dort müssen sie mit Handarbeit erst einmal beseitigt werden, bevor die Tore für die Durchfahrt eines Schiffes geöffnet werden können.

Bevor die Schleusentore der Schleuse Offenbach geöffnet werden können, muss das Eis abgeschlagen werden Foto: Wygoda

Mit drei Männern wurden an der Schleuse Offenbach vor jedem Öffnen der Tore mit langen Stangen die großen Eisplatten zur Seite gedrückt und die angefrorenen Eispanzer an den Wänden und den Toren abgeschlagen. Im Zweischicht-Betrieb wird in diesen Tagen an den Mainschleusen gearbeitet, um die Schifffahrt wenigstens tagsüber aufrecht erhalten zu können. „Wir mussten allerdings, um unsere Leute nicht zu gefährden, den Schleusenbetrieb zwischen 22 und 6 Uhr einstellen“, berichtete der Leiter des Wasser- und Schifffahrtsamtes. Denn die Gefahr wäre zu groß, dass bei den schlechten Lichtverhältnissen ein Mitarbeiter bei Dunkelheit verunglückt.

Aber selbst dann, wenn das Eis geschmolzen sein wird, ist die Arbeit nicht beendet, denn dann müssen die Eismassen, die in großen Blöcken den Main hinunterschwimmen, an den Wehren und den Schleusentoren weiterhin abgeschlagen und in die Strömung geschoben werden, damit sich das Wasser nicht staut.

Eisbrecher im Hafen

Das Feuerlöschboot Frankfurt im Eiseinsatz im Osthafen Foto: Wygoda

Im Frankfurter Osthafen müssen sich die Reedereien, die Sand und Kies, Schrott oder Container verladen, mit ihren Ent- und Beladearbeiten allerdings auf die Sperrung der Schleusen ab 22 Uhr einstellen. „Wir sind froh, dass wir alle Abfertigungen zur Ostsee und zur Elbe fast normal bedienen können, auch wenn wir uns an die Sperrzeiten der Schleusen halten müssen“, erklärte uns der Geschäftsführer des Containerterminals im Unterhafen, Christian Eichmeier. Allerdings waren im Oberhafen und sowie in dem Wendebecken des Unterhafens in den vergangenen Tagen auch Eis zu sehen. Das aber „wird vom Feuerlöschboot der Frankfurter Feuerwehr schnell beseitigt, wenn wir dort anrufen“, sagte Hafenmeister Bernd Fünkner.

Damit die Schiffe, die zurzeit im Rhein-Main-Donaukanal und auf dem Oberlauf des Mains fest liegen, wie zum Beispiel das mit den Bauteilen für die neue Mainbrücke Ost, weiterfahren können, müssen allerdings die Temperaturen längere Zeit über die Null-Grad-Grenze steigen. wyg (wyg)