Frankfurt am Main 07. Dezember 2012   „Kunst kann nicht gelehrt werden – der Weg zur Kunst aber kann gelehrt werden“. Dieses Zitat von Max Beckmann haben sich Claudia Klee und Günter Maniewski zum Vorbild genommen, als sie 1994 die Frankfurter Malakademie als künstlerische Leiter übernommen haben. An Kursteilnehmern jedenfalls fehlte es der Malakademie nicht, in einer Jubiläumsausstellung anlässlich des 25-jährigen Bestehens ist von heute an das vielfältige Schaffen zu bewundern.

Neue Techniken ausprobieren und ihre Anwendung mit den erfahrenen Dozenten diskutieren, sich Ratschläge geben zu lassen. Das macht den großen Vorteil der Kurse in der Frankfurter Malakademie aus. Foto: Wygoda

Gegründet wurde die private Kunstschule vom Frankfurter Maler Robert Freund, der damit Beispiele aus München und Köln nach Frankfurt importierte. Die ersten Kurse wurden noch im Atelierhaus des Künstlers in Sachsenhausen abgehalten. Nach 25 Jahren können Klee und Maniewski heute darauf verweisen, dass die Malakademie fast 1 000 Schüler den Weg zur Kunst gelehrt hat.

Nach dem Umzug in die Zobelstraße 11 wurde das Angebot Zug um Zug ausgebaut. Jährlich werden fast 70 Kurse mit 450 bis 500 Teilnehmern angeboten, in denen praktisch alle Maltechniken bis hin zum Malen am Computer gelehrt und erprobt werden. Erst kürzlich wurden zudem fünf zusätzliche Räume neu angemietet, die für sechs Monate als Atelier gebucht werden können.

Foto: Wygoda

In seinem Beitrag für die Jubiläumsschrift hob Kulturdezernent Felíx Semmelroth (CDU) den „Verzicht auf eine elitäre Haltung ohne auf künstlerische Qualität zu verzichten“ hervor. So sei in den Jahren die Malakademie „eine etablierte Institution“ geworden, die Kunst im täglichen Leben verankere.

Naben den Kursen in den Ateliers werden auch Exkursionen zu wichtigen Ausstellungen mit eigenen Führungen angeboten. In den „Forumsausstellungen“ in den Atelierräumen der Malakademie erhalten zwei bis drei Mal im Jahr Kursteilnehmer die Gelegenheit, eine Ausstellung für ihre Arbeiten zu kuratieren und einem immer interessierten und engagierten Publikum zu präsentieren.

2006 wurde von der Malakademie eine neue Ausstellungsreihe mit dem Titel „Künstler im Zentrum“ initiiert. Zunächst stellte ein Künstler im August-Stunz-Zentrum aus. Daraus entstand die Idee, dass ein Künstler auch für 18 Monate ein Atelier in dem Senioren- und Pflegeheim beziehen könnte und so direkt in Kontakt mit den Bewohnern kommt. Die SPD-Stadtverordnete Renate Wolter-Brandecker, auf deren Vermittlung das Projekt hervorging, berichtet, dass es „eine oft schwierige Aufgabe für die Künstler sei,sich mit dem oft kritischen Blick der Senioren über ihre Kunst direkt auseinandersetzen zu müssen“. Das erfordere von beiden Seiten Toleranz und biete den Menschen eine neue Lebensqualität.

Eine neue Radierung verläßt die Druckpresse- Dann ist zu sehen, wo  möglicherweise noch nachgearbeitet werden muß. Foto: Wygoda

Dass aus dieser zunächst nicht selbstverständlich erscheinenden Zusammenarbeit weitere Initiativen zwischen der Malakademie und den Institutionen das Stadtteils erwachsen, wünscht sich Claudia Klee.

Die Jubiläumsausstellung mit dem Titel „Glückliche Verbindung“ mit Arbeiten sowohl der Dozenten als auch der Kursteilnehmer ist ab sofort in der Zobelstraße 11 an den Samstagen und Sonntagen bis zum 13. Januar (außer an den Feiertagen) jeweils von 16 Uhr bis 18 Uhr geöffnet. (wyg)