Planfeststellungsverfahren für ersten Abschnitt der Verbindung nach Hanau eingeleitet

Auf dem Papier sieht es gut aus für die nordmainische S-Bahn von Frankfurt über Maintal nach Hanau. Doch die Finanzierung ist immer noch nicht gesichert.

FNP  Frankfurt/Hanau. 14.3.2014    Seit den 1960er Jahren wird über das Projekt diskutiert. Jetzt endlich wurde für den ersten Abschnitt der nordmainischen S-Bahn zwischen Maintal und Hanau das Planfeststellungsverfahren eingeleitet. Am Teilstück zwischen Maintal und Frankfurt wird noch gearbeitet. Nach Angaben der Deutschen Bahn AG (DB) werden die Pläne dafür voraussichtlich im Dezember vorgestellt.

Frankfurt Bahnhof Mainkur
Der  Bahnhof Mainkur in Frankfurt wird im Zuge des Neubaus der Strecke abgerissen abgerissen Foto: Wygoda

„Vorsichtige Euphorie“

Am Mittwochabend informierte die Bahn zunächst in Hanau über das Vorhaben. Der Hanauer Oberbürgermeister, Claus Kaminsky sprach von einer „vorsichtigen Euphorie“ und dem Gefühl, „dass das Signal von rot auf grün umgesprungen“ ist. Für alle, die täglich von Hanau nach Frankfurt zu Arbeit fahren, malte der Konzernbevollmächtigte der Bahn für Hessen, Klaus Vonhusen, eine staufreie Zukunft an die Wand. Denn mit der S-Bahn würde das Nahverkehrsangebot gegenüber dem aktuellen Zustand um fast 75 Prozent gesteigert. Zwar verkehren dann nur noch 38 att heute 84 Regionalbahnen. Dafür gibt es aber täglich 108 Verbindungen mit der neuen S-Bahn. Vier bis acht Züge pro Stunde sollen zwischen den beiden Städten verkehren. Die Fahrzeit zwischen Konstablerwache und Hanau-West wird etwa 20 Minuten betragen. 7500 Fahrgäste pro Tag würden Prognosen zufolge vom Auto auf die Schiene umsteigen.

Doch bis dahin ist allein an notwendigen Bauarbeiten noch viel zu tun. In Frankfurt muss ein 1,4 Kilometer langer Tunnel zwischen der Konstablerwache und dem Ostbahnhof gegraben werden, sieben Eisenbahn-, Straßen-, Geh- und Radwege-Überführungen sind zu erweitern, sechs Bahnübergänge aufzuheben und auf etwa 22 Kilometer Länge müssen Schallschutzwände errichtet werden. Alle Haltestellen werden auf S-Bahn-Standard gebracht. In Frankfurt wird der Bahnhof Mainkur abgerissen und durch die neue Haltestelle „Frankfurt-Fechenheim“ in der Höhe der Cassellastraße ersetzt.

Fertigstellung bis 2019

Doch noch hat die Bundesregierung nicht erklärt, dass sie die bestehende Finanzlücke von mindestens 60 Millionen Euro schließen wird. Verkehrsdezernent Stefan Majer (Grüne) hofft aber, dass parallel zum Planfeststellungsverfahren die Finanzierung geklärt wird. Wichtig sei, dass die Strecke bis 2019 fertiggestellt wird, da sonst die Zuschüsse nicht mehr gesichert seien. wyg