Frankfurt  29.03.2014   Die Contargo Rhein-Main, eine Tochter der Rhenus AG, will seit vielen Jahren ihr Containerterminal im Osthafen über die Schmickstraße hinweg erweitern. Der Geschäftsführer der Frankfurter Niederlassung, zu der auch Gustavsburg und  Koblenz gehören, Christian Eichmeier,  zeigte sich am Freitag  „sehr überrascht“, nachdem ihm Frankfurts Wirtschaftsdezernent  Markus Frank eröffnen musste, dass die geplante Erweiterung nicht möglich sei. Auf dem Gelände gegenüber dem derzeitigen Standort der Contargo ist seit 1960 das Unternehmen Waibel angesiedelt, das dort eine Anlage für den Umschlag und den Vertrieb von Sand, Schotter und Abfällen betreibt. Zwar wollte die Waibel KG den Standort am Osthafen in den vergangenen Jahren verlassen, doch nachdem die Stadtverordnetenversammlung die Verlängerung der Mietverträge bis zum Jahr 2050 beschlossen hat, entschloss sich die Waibel KG überraschend dazu entschlossen einen neuen Mietvertrag abzuschließen und durchkreuzte damit die Erweiterungspläne der Firma Contargo Rhein-Main. Wie Wirtschaftsdezernent Markus Frank nach einem Gespräch bei dem Unternehmen berichtete, will die Waibel-Gruppe auf dem Osthafen-Grundstück für eine weitere Betonmischanalage rund vier Millionen Euro investieren.

Osthafen_Containerterminal mit erweiterungsffläche
Das Containerterminal mit der vorgesehenen Erweiterungsfläche (rechts) Foto: Wygoda

Für Markus Frank, der von der Vertragsunterzeichnung bei der städtischen HFM erst von Außenstehenden erfahren hat, ist die Situation schwierig. Denn noch am 1. November vergangenen Jahres hatte Contargo-Geschäftsführer Eichmeier ihm am Rande einer Pressekonferenz von den Planungen unterrichtet. In Kürze sollte das alte große Getreidelager, das auf dem Contargo-Gelände steht, mit einem Millionen- Euro-Aufwand abgerissen werden um Platz für weitere Container zu schaffen.  Bei dieser Gelegenheit hatte Eichmeier erneut erläutert, dass die Absicht besteht danach das Gelände der Waibel KG zu übernehmen.

„Wir müssen uns jetzt mit der neuen Sítuation erst einmal auseinandersetzen und eine mittelfristige Perspektive überdenken“, sagte Eichmeier der FNP. Wie erfolgreich das Unternehmen im Frankfurter Osthafen arbeiten konnte, machte er an Zahlen deutlich: Der Containerumschlag konnte von fast 30.000 Containern im Jahr 2009 auf 45.000 Container im Jahr 2013 gesteigert werden. Diese Steigerung der Zahlen sei trotz der Bauarbeiten für den Ausbau des Terminals bis an die Schmickbrücke und der Installation eines neuen Kranes möglich geworden. Für diese Kapazitätserweiterung im vergangenen Jahr in das Terminal habe das Unternehmen rund 5 Millionen Euro in die Hand genommen, unterstrich der Contargo-Geschäftsführer. Welche Bedeutung das Containerterminal für die Wirtschaft in der gesamten Rhein-Main-Region hat, machen auch die Verbindungen deutlich, die vom Osthafen aus per Schiff drei Mal pro Woche sowohl nach Rotterdam als auch Antwerpen angeboten werden und zusätzlich fahren pro Woche drei sogenannte Langzüge mit Contianern vom Osthafen nach Hamburg und zwei nach Antwerpen. Wirtschaftsdezernent  Markus Frank nannte die Situation „sehr schwierig“, da zwei für Frankfurt und die Region wichtige Unternehmen betroffen seien. Er kündigte an, sich dafür einzusetzen, dass auch das Containerterminal im Frankfurter Osthafen seine Chance auf eine Erweiterung des Gelände bekommt. Der Geschäftsführer der HFM, Ralf Karpa, war am Freitag nicht erreichbar. Wyg