14.03.2009 Lokales Frankfurt

Frankfurt. Der Expertenstreit zwischen Frankfurter Denkmalschützern um Amtsleiterin Andrea Hampel und Wissenschaftlern der Goethe-Universität über die historischen Mauerreste am sogenannten Affenstein (neue Universität im Westend) geht in die nächste Runde. Das ist die schlechte Nachricht. Doch es gibt auch eine gute: Unabhängig vom Ausgang dieser Kontroverse steht inzwischen fest, dass das historische Mauerwerk auf jeden Fall erhalten bleibt und in den geplanten Uni-Neubau integriert wird.

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Der Affenstein von innen. MIt Grabunstechniker Hans-JĂĽrgen Semmler (links) und Denkmalamtleiterin Andrea Hampel Foto: Wygoda

Kürzlich sei das Uni-Gutachten über den nahe der Hansaallee entdeckten Turmstumpf an das Hessische Landesamt für Denkmalpflege gegangen, informierte Peter Rost, Leiter der Planungsabteilung der Frankfurter Goethe-Universität. Die Hochschule hatte sich vor einem Monat bei einer Sitzung im Hessischen Landesamt für Denkmalpflege vier Wochen Zeit ausbedungen, um die Erläuterungen der Frankfurter Denkmalpflege zum Turmrest zu prüfen (wir berichteten).

Der nach Wiesbaden geschickte Bericht der Universität muss wohl als eine Gegenargumentation zu den Befunden der Frankfurter Denkmalpflege angesehen werden: Rost erwartetet, dass die Wiesbadener Behörde das gut zehn Seiten umfassende Papier prüft und dann entscheidet, wie und wann die beiden Berichte der Öffentlichkeit vorgestellt werden – endlich!

Der Ausgang des Streits wird auch darüber entscheiden, was später mal als Erläuterung zu den Mauerresten des etwa 6,50 Meter hohen Turms zu lesen sein wird. An der Fundstelle des Bauwerks sollen die Bibliothek und der Lesesaal des künftigen Institutsgebäudes der Gesellschaftswissenschaften entstehen. «Wir haben mit dem Architekten bereits die Planungen für eine Einbeziehung des Turmes besprochen», versicherte Universitätsplaner Rost.

Die Frankfurter Denkmalbehörde sieht den Turm nach wie vor als einen Teil der mittelalterlichen Frankfurter Warten an, der im 19. Jahrhundert vielleicht auch als Eiskeller genutzt worden sein könnte. Damals stand am Affenstein das Krankenhaus des Frankfurter Irrenarztes und Psychiaters Heinrich Hoffmann, der als Autor des «Struwwelpeter» weltweit bekannt ist. wyg